Viktoriia Rozentsveih
"Transfer without blurring is impossible", 2025
Installation
Stoff, Druck, Wasser, Faden
Diese großformatige Übertragung von Fotografien auf Stoff, ausgeführt mithilfe von 80 A4-Blättern, erzeugt eine visuelle Karte verschwommener Erinnerung und Verlust. Das Bild verbindet zwei Landschaften: das Ufer des Dorfes Wesele am befreiten, jedoch nahezu zerstörten Ufer der Region Cherson sowie den Himmel über Nowa Kachowka, der seiner Stadt nicht mehr angehört. Hier hat die Landschaft ihren Bezugspunkt verloren und sich in eine Erinnerung an einen Ort verwandelt, der nicht mehr existiert.
Stoff, Druck, Wasser, Faden
Diese großformatige Übertragung von Fotografien auf Stoff, ausgeführt mithilfe von 80 A4-Blättern, erzeugt eine visuelle Karte verschwommener Erinnerung und Verlust. Das Bild verbindet zwei Landschaften: das Ufer des Dorfes Wesele am befreiten, jedoch nahezu zerstörten Ufer der Region Cherson sowie den Himmel über Nowa Kachowka, der seiner Stadt nicht mehr angehört. Hier hat die Landschaft ihren Bezugspunkt verloren und sich in eine Erinnerung an einen Ort verwandelt, der nicht mehr existiert.
In dieser Arbeit ist die Übertragung zugleich ein physischer und ein symbolischer Prozess, der Erfahrungen von Migration, Vertreibung und den inneren Zustand der Künstlerin widerspiegelt. Das Verlaufen der Tinte während des Drucks ist ein Element des Zufalls — eine unvermeidliche Phase, die das Auslöschen von Erinnerung visualisiert.
Die Arbeit setzt sich mit dem Zusammenspiel von Maßstab und Detail auseinander: Die Vergrößerung des Bildes ist der Versuch, Erinnerung zu fassen, während die Unschärfe ihre Fluidität betont. Ein konkretes Bild verwandelt sich in eine geisterhafte Spur — ebenso wie die Erinnerungen selbst. So wie es unmöglich ist, an einen Ort und in eine Stadt zurückzukehren, die heute unzugänglich sind, wird jedes Verwischen hier zu einem Schritt in Richtung unvermeidlicher Dekomposition und zugleich zu einem Schritt hin zur Akzeptanz.
Viktoriia Rozentsveih
"Geisterarchiv"
Installation
Objekte, Acrylglas
Objekte, Acrylglas
Auf Fragmenten aus Acryl sind Fotografien aus dem Familienarchiv der Künstlerin graviert, das heute nur noch in digitaler Form existiert: Die physischen Fotoalben sowie die Orte, an denen die Aufnahmen entstanden, befinden sich auf dem besetzten Gebiet der Region Cherson und sind nicht zugänglich.
Die Fotografien lassen sich ohne eine zusätzliche Handlung nicht betrachten – sei es durch das genaue Hinsehen auf die feinen, grauen Konturen im transparenten Material oder durch das „Durchleuchten“ der Objekte mit einer Taschenlampe, bei dem die projizierten Bilder vergrößert erscheinen, jedoch an Schärfe verlieren. Keine dieser Methoden ermöglicht eine vollständige Betrachtung; vielmehr wird sie bewusst verunmöglicht. Diese gezielte Unmöglichkeit des Sehens entspricht der Art und Weise, wie sich für die Künstlerin das Erinnern und Gedenken an ihr Zuhause, ihre Familie und ihre Heimat vor der Besatzung anfühlt.
Alina Hubarenko
Gemälde:
"Alter Ego", Öl auf Holzplatte, 2025
"Swirl", Öl auf Leinwand, 2025
"Sea Inside", Acryl auf handgeschöpftem Papier, Seewasser 2022-2024
"Alter Ego", Öl auf Holzplatte, 2025
"Swirl", Öl auf Leinwand, 2025
"Sea Inside", Acryl auf handgeschöpftem Papier, Seewasser 2022-2024
Alina Hubarenko erforscht die tiefe Verwurzelung zwischen Mensch und Natur und die eigentliche Untrennbarkeit deren: der Mensch IST ein Teil der Natur, die Natur IST Teil des Menschseins. Durch das Betrachten und Interagieren mit Landschaften oder deren Surrogate in Form der Kunstwerke wird die Achtsamkeit und die bewusste Wahrnehmung des Selbst im Hier und Jetzt wiedererlangt; aber auch beim genauen Hineinschauen in sich selbst findet man Spuren der Landschaft wieder – sei es in der chemischen Zusammensetzung des Körpers, der Anatomie oder auch der Geräuschkulisse.
Alina Hubarenko
"Quelle des Lebens", 2025
Installation
Taufbecken und Wasser vom Schwarzen Meer
Wasser – insbesondere das Meer – trägt in zahlreichen Kulturen eine tief verwurzelte spirituelle Bedeutung. Es gilt als Ursprung allen Lebens, als Element der Reinigung, Heilung und Transformation.
Im Zentrum der Installation "Quelle des Lebens" steht ein sakrales Gefäß – das Taufbecken, das mit unbehandeltem Wasser vom Schwarzen Meer gefüllt ist. Das Schwarze Meer war und blieb jahrelang das einzige Meer im Leben der Künstlerin und formte ihre besondere Beziehung zu Meeren. Es wird auch als Metapher für die biblische Urflut verstanden: als chaotisches, zugleich schöpferisches Element, das der Welt vorausging. Die Betrachter sind eingeladen, in unmittelbaren Kontakt mit diesem archaischen Element zu treten. In der unmittelbaren, greifbaren Begegnung mit dem Meerwasser entsteht ein stiller Raum zwischen Körper und Geist, eigener Erinnerung und Gegenwart, Ritual und individueller Empfindung – eine spirituelle wie potentiell therapeutische Berührung mit einem Element, das über die Zeiten hinweg mit Reinigung, Erneuerung und Wandlung assoziiert wird.
Alina Hubarenko
"We be of one blood, thou and I", 2026
Sound-Installation
Meeresmuscheln, Lautsprechern, Audiodatei
Die Sound-Installation "We be of one blood, thou and I" lädt ein, die Geräuschkulisse des Meeres zu erleben - so, wie man es aus der Kindheit kennt, in die Muschel hineinzuhorchen und das Rauschen der Wellen wahrzunehmen. Eine der Muscheln spielt die tatsächliche Brandung wieder, in der anderen hört man die Audioaufzeichnung des gepulsten Wellendopplers, der die Blutflussgeschwindigkeit im Venensystem der Künstlerin misst. Durch die Ähnlichkeit der beiden Geräusche wird die Verbundenheit des Menschen mit der Natur durch das gemeinsame Element des Wassers sowie die Fluidität in der Abgrenzung der beiden dargestellt.
Yuliia Rozentsveih
"Atmen", 2024-2025
Malerei
Malerei
Öl auf Leinwand
Die Arbeit besteht aus einer Serie von Gemälden, aus denen das Wort “atmen” gebildet ist. Die Komposition basiert auf dem Prinzip des Morsealphabets: Die länglichen Leinwände bilden Striche, die quadratischen Leinwände Punkte.
Auf jeder Leinwand malt die Künstlerin Irisblüten — ihre Lieblingsblumen. Zunächst entstehen sie intuitiv, fast unterbewusst, doch mit der Zeit wird deutlich, dass sie diese Blumen im Exil in Deutschland immer seltener sieht, im Gegensatz zu ihrer Heimatstadt, die derzeit besetzt ist. Die Blumen aus der Heimat, früher vertraut und im Alltag kaum wahrgenommen, gewinnen nun neue Bedeutung und werden zum Bild von Lebensnotwendigkeit, ähnlich dem Atmen — einem Akt, dessen Bedeutung wir erst wahrnehmen, wenn er unterbrochen wird. Die Blumen verdeutlichen die Wichtigkeit der alltäglichen „beständigen“ Dinge und der Stabilität, die uns so lange als Selbstverständlichkeit erscheinen, bis wir sie nicht auf einmal verlieren, wie es der Künstlerin mit Beginn der Besetzung ihrer Heimatstadt widerfahren ist.
Marina Rozhko
"Rituale der Erdung", 2025
Partizipative Installation
Fotos auf Archivpapier gedruckt, Band, Marker, Text
Das Projekt begann im Jahr 2022 — in einem Moment, in dem das Gefühl entstand, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Der Prozess der Translokation wird hier nicht nur zu einem physischen Phänomen, sondern auch zu einer Erfahrung des Verlusts von Zuhause und Halt: Räume verändern sich, werden zu temporären Aufenthaltsorten und hinterlassen freiliegende Wurzeln ohne Erde.
Diese Arbeit ist eine Reihe leiser Schritte in dem Versuch, zu sich selbst zurückzukehren und Erdung zu finden. Im Zentrum steht das körperliche Empfinden der Verbindung mit Erde und Himmel, mit Erinnerung und dem eigenen Körper als Möglichkeit, das innere Fallen zu stoppen und das Gefühl von Zugehörigkeit wiederherzustellen. Ein zentrales Bild ist dabei der Garten. Das Lesen der Etiketten von Pflanzen und Bäumen im botanischen Garten verwandelt sich in einen Akt der Selbstreflexion: Wer bin ich, welche Bedingungen brauche ich zum Leben und Wachsen, und ist ein Umpflanzen möglich, ohne sich selbst zu verlieren?
Im Rahmen des Projekts lädt die Künstlerin die Besucher:innen zu einem gemeinsamen Erdungsritual ein — eine eigene „Baumetikette“ zu schreiben und dabei über Herkunft, Bedürfnisse und den eigenen Zustand nachzudenken. Welcher Baum bist du? Woher kommst du? Was brauchst du zum Wachsen und zum Blühen? Was möchtest du, dass andere über dich wissen?
Anastasiia Leliuk
Aus dem Projekt "Before my tears become salty", 2024
Objekte: "Mumifizierung von Erinnerungen in der Hoffnung, zumindest deren Form zu bewahren", Mehl, Textil, Salz
"Brot und Salz", Mehl, Salz
"Ungefähre Menge an Salz im menschlichen Körper auf der Handfläche", Papier, Mehl, Salz
"Salicornia europaea", Papier, Mehl, Salz
"Salziger Engel aus der Salzmine von Soledar", Papier, Mehl, Salz
Eine künstlerische Forschung zur Salz, seiner Geschichte und seiner Gegenwart, konzipiert während einer Kunstresidenz in der Saline Royale. Die Künstlerin betrachtet Salz als ein derart wichtiges, autonomes Element, dass die Menschheit eine ganze Welt um seine Gewinnung und Nutzung herum aufgebaut hat. Um ein visuelles Bild von Salz zu schaffen, arbeitet sie mit Objekten und Situationen, durch die wir mit Salz interagieren. In einigen Arbeiten bezieht sie sich auf die ursprüngliche Herkunft von Salz weltweit, etwa auf Meere, die vor Millionen von Jahren existierten, heute jedoch verschwunden sind.
Die skulpturalen Arbeiten reflektieren Traditionen, die mit der Verwendung von Salz verbunden sind. Zugleich sind sie eine persönliche Neubetrachtung durch die Mumifizierung von Erinnerungen. Darüber hinaus wendet sich die Künstlerin seltenen Pflanzen zu, die in den salzhaltigen Böden der Steppen des Donbas existierten - dort, wo sich vor dem Krieg die größten Salzminen der Ukraine befanden.
Anzhelika Palyvoda
"Grape passage 1", 2025
Soundinstallation 4’14’’, aus privatem Audioarchiv 2020–2023
Metallprofil, Unkraut, selbstgebaute Lautsprecher, Verstärker
Soundinstallation 4’14’’, aus privatem Audioarchiv 2020–2023
Metallprofil, Unkraut, selbstgebaute Lautsprecher, Verstärker
Diese Installation ist Teil des Offenen Gartens — eines Raums, in dem Fragmente dessen, was einst war, dessen, was nicht geschehen ist, und dessen, was bis heute nicht loslässt, sich langsam sammeln und überlagern. Die Arbeit besteht aus Metall, das üblicherweise im Bauwesen verwendet wird, hier jedoch in seiner Form einen Pavillon für rankende Pflanzen — Rosen oder Weinreben — imitiert. Das kalte, minimalistische Gerüst wird zu einem Zufluchtsort für sentimentale Erinnerungen. Die Arbeit bewegt sich zwischen archivierten Spuren, imaginierten Zukünften und den stillen Ruinen des Alltags.
Eine Komposition aus Echos von Bildern, einem Chaos aus Drähten, das an das üppige Geflecht von Pflanzen erinnert, aus Geflüster und kaum wahrnehmbaren Gesten, eingefroren zwischen Präsenz und Verschwinden, lädt die Betrachter:innen ein, zuzuhören, einzutreten und vielleicht etwas Eigenes wiederzuerkennen. Dieses Bild illustriert keine Erzählung, sondern erschafft eine sinnliche Landschaft, die fragt: Was ist es wert, erinnert zu werden? Wie spricht man aus dem Zustand des Dazwischenseins?
Die Arbeit strebt weder nach Erklärung noch nach Abschluss; vielmehr wächst sie aus einer eigenen Wunde heraus als ein Monument der Gefühle und hallt leise in einer größeren, kollektiven Erinnerung wider. Sie lädt zur Reflexion ein — durch Subtilität, Imitation und emotionale Feinheit und lässt Raum dafür, dass andere in ihr Fragmente ihrer eigenen Geschichte erkennen können. Es ist ein Übergangsraum, in dem persönliche Erinnerung sich auflöst und zu einer Warnung wird, die in der gemeinsam geteilten Luft zirkuliert.
Dima Tolkachov and Maria Matiashova
"Während die Wellen wogen, woge ich mit", 2023
Zweikanal-Video
Die Meereslandschaft ist ein Ort der Kraft und der Ruhe. Doch nicht dann, wenn man weiß: Jenseits des Horizonts sind russische Kriegsschiffe auf dich ausgerichtet. So verwandelt sich mit dem Krieg das, was man liebt, in etwas, was beunruhigt. Das Wogen der Wellen und die Unruhe des Meeres setzt sich in mir fort: Ich bin in Unruhe.
Manchmal ist das Ungesehene beängstigender als das, was vor Augen liegt. Die Suche nach einer möglichen Gefahr wird zwanghaft: Ist sie da oder nicht, ist sie da oder nicht, ist sie da oder nicht? Und das kreisende Nachdenken vermag keine Gewissheit zu geben — weder über die Abwesenheit noch über die Anwesenheit der Bedrohung. Um den Zweifel zu stoppen und der Angst zuvorzukommen, versuche ich, die Bedrohung zu sehen. Und es scheint, als würde ich es tatsächlich.
Um mit den mentalen Schwankungen umzugehen, greife ich zu körperlichen Bewegungen: Rhythmisch und langsam bewege ich Bauch und Zwerchfell. Zur Beruhigung atme ich in die zu einer Schale geformten Handflächen. Die symbolische Metapher ist körperlich deutlich spürbar. Mein Atem verschmilzt mit dem Rauschen der Wellen und gibt den Meeresklängen für einen Moment ihre ursprüngliche, beruhigende Bedeutung zurück.
Sofiia Holubeva und Ksenia Kostina
"Das Meer schaut dich an, wenn du aufs Meer schaust", 2025
Malerei, Audiokomposition
Malerei, Audiokomposition
Papier, Acryl
In der Arbeit vollzieht Sofia Holubeva eine Verschiebung der Perspektive auf die maritime Landschaft von Odesa — von der Sicht des Menschen auf die Sicht des Meeres selbst. Der imaginierte Blickpunkt der „Augen des Meeres“ ist ein Ort, der dem Menschen heute aufgrund der militärischen Einschränkungen seit Beginn der umfassenden russischen Aggression gegen die Ukraine nicht mehr zugänglich ist. Das Meer erscheint hier nicht als landschaftlicher Hintergrund, sondern als Subjekt — als lebendiges Wesen und als Zeuge der Geschichte, das auf die Folgen menschlicher Eingriffe reagiert: Zerstörung, Bebauung und Aneignung der Küstenlinie.
Die Arbeit ist eine Fortsetzung des langfristigen Projekts der Künstlerin "40 × 30 × 20", das den Transformationen der Strände von Odesa während des umfassenden Angriffskrieges gewidmet ist. Der Titel des Projekts bezieht sich auf die Maße eines Koffers, in dem die Künstlerin ihre Arbeiten transportiert und sie für die Reise zwischen der Ukraine und Deutschland zusammenfaltet. Die Werke werden so zu einer Metapher für einen Körper, der gezwungen ist, sich an die Grenzen einer neuen Realität anzupassen.
Die Klangkomposition, geschaffen von Kseniia Kostina — Komponistin und Zwillingsschwester der Künstlerin — basiert auf Feldaufnahmen des Meeres. Die rhythmischen Schläge der Wellen gegen den Pier bilden die Grundlage der Komposition und fungieren als Metapher für Angst, Widerstand und Atmung. Die Komponistin transformiert diese Aufnahmen mithilfe von Synthesizern und des Mod Wheels — eines Instruments zur Modulation der Klangintensität, das die Bewegung der Welle imitiert. Malerei und Klang interagieren als zwei Modi sinnlicher Erfahrung. In dieser Verbindung hört das Meer auf, ein Objekt der Betrachtung zu sein, und wird zu einer präsenten Instanz, die selbst betrachtet.
Sofiia Holubeva
"Die Leben (4)", 2025
Installation
Algen (Seegras / Zostera marina), Steine vom Strand von Odesa
Algen (Seegras / Zostera marina), Steine vom Strand von Odesa
Das Projekt "Die Leben" erscheint als eine fragile und zugleich widerstandsfähige Struktur, geflochten aus Meeresalgen, die Steine halten. Dieses Bild fungiert als Metapher für menschliche Existenz — zerbrechlich, aber von innerer Spannung durchzogen. Mit der Zeit reißen die Algen, die Steine fallen herab, doch diese "Beeinträchtigungen" zerstören die Installation nicht, sondern aktualisieren vielmehr ihre innere Logik, indem sie auf die Prozesshaftigkeit des Lebens und sein unvorhersehbares Ende verweisen.
Die ersten drei Versionen der Arbeit wurden in Ebeltoft (Dänemark), Odesa (Ukraine) und Larnaka (Zypern) realisiert, jeweils unter Verwendung lokaler Algen, die an den entsprechenden Küsten gesammelt wurden. In der neuen „Kasseler“ Version, ausgeführt mit Materialien, die im Sommer 2025 an der Küste von Odesa gesammelt wurden, setzt das Projekt seine Existenz fort und trägt die Erinnerung und Erfahrung der Stadt mit sich, die mit der Herkunft der Künstlerin verbunden ist. Im Rahmen der Ausstellung lädt die Künstlerin die Besucher:innen dazu ein, sich an der Installation zu beteiligen, indem sie neue Fäden aus Algen und Steinen hinzufügen — als Geste der Geburt neuen Lebens und der Verantwortung für ein kollektives Zusammensein
Yeva Kafidova
"Ihr habt noch nie so viel Himmel gesehen", 2026
Installation
Text, Druck, Fototransfer mit eigener Technologie
Text, Druck, Fototransfer mit eigener Technologie
Dieser Satz entsteht von selbst, wenn Künstlerin über ihr Zuhause im Süden der Ukraine spricht oder nachdenkt. Seit Beginn der großangelegten Invasion im Jahr 2022 hört sie von der Zerstörung des Wasserkraftwerks, von der Besatzung, von getöteten Menschen und Tieren, von Ökozid, Verlusten, Schmerz und Tod. Als Antwort darauf möchte sie immer hinzufügen: "Ihr habt noch nie so viel Himmel gesehen"
Als sie über Kriege las, bevor sie selbst die Erfahrung machte, in einem Krieg zu leben, dachte sie nie über dieses frustrierte Bedürfnis nach, beweisen zu wollen, dass man aus einem Leben kommt. Das Verlangen, sich selbst "davor" zu erinnern. Das Verlangen, dass andere ihr Zuhause "davor" kennen.
Und gleichzeitig sah sie das letzte Mal den weiten, grenzenlosen Himmel über der Region Cherson, als sie an einem 25. russischen Kontrollposten stand, und das darf man nicht vergessen.